Über das Finden und Zusammenarbeiten von Testlesern.

Eine erste Möglichkeit, Feedback zu deinem Text zu bekommen, ist Testleser zu suchen. 

Was sind Testleser?

Professionelle und unprofessionelle Menschen, die dein Text auf Herz und Nieren überprüfen dürfen, bevor es ins Lektorat geht oder veröffentlicht wird.

Das heißt, du musst dich vorab entscheiden, ob die Testleser deine Fassung vor dem Lektorat oder nach dem Lektorat lesen sollen. Ich habe mich dazu entschlossen mein Manuskript vor dem Lektorat testlesen zu lassen. Aus dem einfachen Grund, dass ein Lektorat viel Geld und Zeit in Anspruch nimmt, je mehr Fehler ich vorab ausgemerzt habe, umso tiefer kann der/die Lektor/in ins Detail gehen. Außerdem ist es ungemein motivierend erste positive Rückmeldungen zu erhalten, um die weitere Überarbeitungsphase gut zu überstehen.

Was machen Testleser?

Sie lesen, kritisieren und korrigieren alles, was sie finden und ihrer Meinung nach besser gemacht werden könnte. Ohne Anspruch auf Richtigkeit und Übernahme der Vorschläge.

Ich habe von vornherein drum gebeten, kein Augenmerk auf Rechtschreibung und Grammatik zu setzen.

Wie arbeitest du mit den Testlesern zusammen?

Bevor die Zusammenarbeit mit den Testlesern startet, solltest du dir überlegen, wie sie aussehen soll:

Variante 1
Der Testleser und dein Manuskript: Du schaust, was er findet und dir anmerken wird.
Ohne große Worte und Einarbeitung deinerseits.

Variante 2
Der Testleser, dein Manuskript und eine Liste mit Punkten, die dir wichtig sind.

Zum Beispiel:

Variante 3
Testleser, dein Manuskript, die Liste mit den wichtigsten Punkten und ein Fragebogen

Zum Beispiel:

FRAGEBOGEN FÜR TESTLESER



Worldbuidling und Setting

1. Welche Szene konntest du vor deinem inneren Auge am klarsten sehen?
Diese Szenen können dir eine Orientierung für dein gesamtes Manuskript geben: Was ist dir an diesen Stellen besonders gut gelungen? Das setze in den Szenen, die nicht klar sind, um.

2. Wie sieht diese Szene in deinem Kopf aus?
Diese Beschreibungen der Testleser sind eine gute Kontrolle, ob deine Vorstellung von ihren abweichen… dann wäre es Zeit, noch einmal in das Manuskript zu schauen.

3. Ist dir ein bestimmtes Detail besonders im Gedächtnis geblieben?
Was ist den Lesern im Gedächtnis geblieben, oder eben nicht … waren die bestimmten Details sehr wichtig und sie werden nicht genannt, ist es wichtig diese noch einmal zu überprüfen.

4. Hat dich irgendeine Entscheidung stutzen lassen?
Neben Plotlächern müssen auch plotirrelevante Lücken geschlossen werden. Es sind die kleinen Dinge die am Ende ins Gewicht fallen und meist auch am schwierigsten zu finden und zu beseitigen sind.

5. Wo hättest du dir mehr Beschreibung/Einblick gewünscht?
Diese Frage ist sehr subjektiv, aber je mehr Testleser dir diese Frage ähnlich beantworten, desto deutlicher wird dein Einblick.

Figuren
Charakter machen deine Geschichte lebendig und geben deinem Plot die richtige Würze. Auch das spannendste Gericht schmeckt ohne Salz fade.

1. Welche Figur mochtest du am liebsten und warum?
Es muss nicht der Hauptcharakter sein, manchmal sind es auch die Nebencharaktere oder der Antagonist. Es ist gut für dich zu wissen, wer bei den Testlesern Eindruck gemacht hat. Deren Rolle sollte vielleicht bei der Überarbeitung nicht zu sehr gekürzt werden.

2. Welche Figur mochtest du am wenigsten und warum?
Jemanden nicht zu mögen kann gut sein, wenn es von dir gewollt ist. 

3. Wenn du dir eine Figur aussuchen könntest, welche würdest du streichen?
Siehe oben nur das Gegenteil, bei der Überarbeitung kann man überlegen, deren Rolle zu kürzen oder zu verändern (weil sie langweilig, nicht plotrelevant ist, etc).

4. Haben sich die Figuren ihrem Charakter entsprechend logisch verhalten?
Es kann schnell passieren, dass sich deine Figuren unlogisch verhalten, weil du Szenen geändert hast. Gut wenn deine Testleser die Stellen finden und dich darauf aufmerksam machen.

Plot und Spannungskurve
Macht die Geschichte Spaß? Ist sie spannend? 

1. Wann hattest du das Gefühl, dass die Geschichte angefangen hat?
Mit dieser Frage kannst du herausfinden, ob deine Spannungskurve richtig gesetzt ist. Wenn deine Testleser sagen, dass die Geschichte erst ab der Hälfte deines Buches angefangen hat, dann hast du irgendetwas in deinem Manuskript falsch gemacht. Nun heißt es die Ziele der Charaktere und den Konflikt zu prüfen und zu überarbeiten.

2. Welche Teile hast du übersprungen/nur oberflächlich gelesen?Sind diese Szenen langatmig geschrieben, beinhalten Wiederholungen oder sind überflüssig?

3. Welche Szene fandest du am Besten?
Positives muss auch sein, und sie dienen dir als gutes Beispiel.

4. Welche Szene fandest du am spannendsten?
Die spannendste Szene sollte in etwa in der Hälfte des Buches herum liegen.  Ansonsten heißt es wieder: Zurück zum Manuskript und den Spannungsbogen überprüfen.

5. Gab es plotbedingte Unstimmigkeiten?
Das sind die Plotlöcher die man finden und füllen muss.

Zu guter Letzt:

Das Feedback der Testleser solltest du nie als Kritik auffassen, sondern als Unterstützung deine Geschichte noch besser zu machen. Fange nicht an zu erklären, sondern beantworte deren Anmerkungen mit deiner Geschichte. Deine Testleser wie auch deine zukünftigen Leser haben nicht dein Hintergrundwissen. 

Wie viele Testleser brauchst du?

So viele, wie du magst. Es sollten mehr als drei sein. Damit du bei unterschiedlichen Meinungen eine Gewichtung spürst. Testleser im zweistelligen Bereich sind ebenfalls nicht verkehrt. Auch weil du am Anfang nicht sicher sein kannst, wie viele durchhalten und bis zum Schluss dabei sind. Das Leben spielt manchmal gerne dazwischen. 

Was musst du von den Testlesern wissen?

Um sie kennen zu lernen, habe ich jeden Testleser, bevor er einen Brief von mir erhalten hat, drei bis vier Fragen gestellt:

1. Wie viel liest du normalerweise?
Je nach dem, wie schnell und viel jemand liest, werden Geschichten anders wahrgenommen. Das ist wichtig, um die Zielgruppe deines Buches einzuschätzen.

2. Was ist dein Lieblingsbuch und warum?
Anhand seines Lieblingsbuches kannst du erraten, was ihm wichtig ist und welche Art von Geschichten er mag. Hilfreich um sein Feedback besser einzusortieren. Jemand der immer und gerne Romantasy liest, wird deine Geschichte vielleicht anders empfinden, als jemand der immer Thriller liest.

3. Was sind deine Lieblingsgenres?
In seinem Lieblingsgenre wird dich dein Testleser schneller auf etwas aufmerksam machen, als jemand der zum ersten Mal z.B. ein Thriller liest.

Was braucht der Testleser von dir?

  •  Ein Manuskript. 
  • Eine Vorgabe, was du dir erhoffst und erwartest.
  • Ich habe es zum einen deutlich gemacht, in meinem Instagram-Beitrag.
  • Und zum anderen eine E-Mail geschrieben, in denen meine Erwartungen noch einmal festgehalten sind. Dadurch wollte ich jeden einzelnen die Möglichkeit geben, in sich zu gehen und zu entscheiden, ob er die nächsten Wochen Zeit und Kraft hat, mein Manuskript zu lesen und bearbeiten. 

Du solltest deine Testleser auch auf das Copyright und das Urheberschutzrecht aufmerksam machen. Dieses habe ich der E-Mail beigefügt, mit der Bitte um eine schriftliche Erklärung und Bestätigung.

  • Zu guter Letzt das Wichtigste: Liebe und Dankbarkeit für ihre Arbeit.

Wie geht es weiter?

Ich habe mein Manuskript aufgeteilt. (4 Teile a 20.000 bis 30.000 Wörter) Die Testleser bekamen die Teile nach einander zugeschickt. Für jeden Teil hatte ich max. 1 Woche vorgesehen. Wenn ich von einem Testleser die Rückmeldung erhalten hatte, bekam er den nächsten Teil. So erkennst du, wer noch dabei ist und wer aussteigen musste oder wollte. 

Wenn die Testleser ihre Arbeit erledigt haben, bist du dran. 

Natürlich gab es am Ende ein Dankeschön und die Aussicht auf die EBOOK-Version meines Romans.

Den Fragebogen, gibt es als PDF. Schreibt mich an und ich schicke ihn euch gerne.

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